Tipps zur Welpenerziehung

Stubenreinheit
Natürlich möchte man als neuer Welpenbesitzer seinen Hund so schnell wie möglich stubenrein bekommen. Hier findet man einige Tipps wie man ihm dabei helfen kann:
Welpen müssen: nach dem Schlafen, nach dem Fressen, nach dem Spielen, wenn sie sich freuen, wenn sie aufgeregt sind, wenn sie uns begrüßen, jedenfalls ganz schön oft...
Am einfachsten ist es, wenn uns erst gar kein Fehler passiert, und wir den Welpen immer im richtigen Augenblick nach draußen bringen. Gelingt uns das nicht, so ist es unser Missgeschick. Den Hund niemals dafür Strafen. Aber immer, wenn er sein Geschäft an der richtigen Stelle gemacht hat, überschwänglich loben. Es kann auch immer ein aufmunterndes Wort in Verbindung mit seinem Tun gegeben werden, dann wird er schnell auch auf Wortbefehl sein Geschäft verrichten.
Wenn man den Welpen mal einen Augenblick alleine lassen muss, oder auch in der Nacht, bietet sich die Unterbringung in einer Transportbox an. Der kleine Hund möchte sein Lager nicht beschmutzen und wird sich melden, wenn er mal muss.
Wenn der Hund beim Begrüßen ausläuft, so handelt es sich um eine Beschwichtigungsgeste und ist nicht krankhaft. In diesen Fall sollte man die Begrüßung vorerst nach draußen verlegen.

Sozialisation vom ersten Tag an
Mann sollte nicht zögern und gleich vom ersten Tag an, wenn der Welpe bei uns ist, Erkundungen mit ihm zu unternehmen. Wichtig ist der Kontakt zu Menschen ( die auch Hunde mögen) insbesondere Kindern und anderen Hunden. Der Hund soll lernen Ängste selber abzubauen. Wir helfen ihm durch unsere Nähe, unsere Ruhe und Gelassenheit.
Wir suchen verschiedene Orte auf, wie z.B. Fußgängerzonen, Bahnhöfe, Straßencafes und schauen Straßenmusikern zu.
In den Welpenspielstunden lernen die Hunde untereinander Verhaltensregeln, wie den Aufbau einer Beißhemmung, Unterwerfungsgesten, Vermeidung von Futterneid, und ungewöhnliche Geräusche, Menschen, und verschiedene Untergründe kennen.
Diese Phase der Entwicklung ist sehr wichtig, man kann hier versäumtes später nicht, oder nur sehr schwer wieder aufholen.

Gesundheit
Unser Hund ist beim Züchter schon einmal geimpft worden, bevor wir die Welpenspielgruppe besuchen. Darin enthalten sollte sein, die Impfung gegen Staupe, H.c.c., Parvovirose und Leptospirose. Ferner sollte er regelmäßig entwurmt werden. Bis zur dreizehnten Woche alle vierzehn Tage, danach alle vier Wochen. Beim erwachsenen Hund ca. alle Vierteljahr. Etwas später wird die Impfung gegen Tollwut vorgenommen (ab 13. Woche oder später).
Die Angaben der Futtermittelhersteller sind ungefähre Richtlinien. Die richtige Menge für seinen Hund herauszufinden ist recht einfach. Lässt der Welpe immer einen Rest in der Schüssel, sollte man die Menge reduzieren, auch soll man das Futter nicht stehen lassen. Die meißten Hunde fressen jedoch zu große Mengen, also kontrollieren wir anhand abtasten der oberen Rippenbögen ob sich eine Fettschicht gebildet hat, und reduzieren gegebenenfalls die Futtermenge.
Bei großwüchsigen Rassen kann ein Übergewicht im Welpenalter eine Mitursache für spätere Gelenk- und Skeletterkrankungen sein.
Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen.
Für ausreichend Bewegung braucht man im Welpenalter eigentlich nicht zu sorgen. Der Hund beschäftigt sich mit seiner Umwelt und lernt dabei, was erlaubt ist und was tabu ist. Viele kurze Erkundungsspaziergänge (10 Min.) sind hier am besten. Für einen ruhigen Schlafplatz sollte gesorgt sein. Z.B. eine Kennelbox.
Auch gehört kein Hund unter einem Jahr neben das Fahrrad, weil das Skelett noch nicht fertig ausgebildet ist. Der Untergrund worauf wir laufen, sollte weich sein.
Dem jungen Hund sollten von Anfang an, regelmässig die Körperpflegemaßnahmen die er auch später zu erdulden hat, mit viel Lob und Spiel beigebracht werden. Darunter fällt auch die regelmäßige Kontrolle des Milchgebisses auch während des Zahnwechsels, wo es bei manchen Hunden zu Komplikationen führen kann.

Rudelordnung
Um später einen Hund zu haben der sich allgemeiner Beliebtheit erfreut, muss man vom ersten Tag an sehr konsequent sein, und zwar alle Familienmitglieder.
Der Hund lernt am Erfolg. Durfte er einmal auf das Sofa, so wird er beim zweiten Mal nicht erst fragen. Der Hundeführer bestimmt den Weg wo es langgeht.
Das Menschenrudel sollte eine Liste mit Dingen erstellen, die der Hund darf und Dinge die er nicht darf.
Hunde erkennen sehr schnell die Schwächen ihrer Rudelmitglieder und wissen sie nach kurzer Zeit auszutricksen.

- Er muss aufstehen wenn wir den Platz beanspruchen auf dem er gerade liegt.
- Wir bestimmen, wann ein Spiel beginnt und wann es aufhört, das Spielzeug wird nach Spielende an einen hundesicheren Ort verwahrt.
- Der Hund muss lernen Pausen zu machen.
- Menschen werden nicht angesprungen.
- Er muss warten, wenn er gefüttert wird, oder es zur Tür hinausgeht.

Ob es sinnvoll ist den Hund erst seine Mahlzeit zu geben wenn die Familie gegessen hat ist fragwürdig, besser ist es vielleicht eine komplette zeitliche Trennung vorzunehmen. Auf jeden Fall sollte man den Hund, wenn er mit uns in einem Raum ist, während wir essen auf einen festen Platz verweisen und nichts von unserem Essen an ihn abgeben.
Jeder Umgang mit dem Hund sollte in einem ruhigen besonnenen Ton erfolgen.

Trieb
Um sich Hundgerecht entwickeln zu können, muss dem Hund die Möglichkeit gegeben werden seine Triebe auszuleben. Wir als Hundehalter müssen ihm die Möglichkeit dazu geben.
Zum Einen wäre da der Beutetrieb: Ihn fördert man mit kontrolliertem Spiel, z.B. mit einem Ball an einer Schnur.
Der Jagdtrieb wird durch Apportieren mit einer Frisbee oder Ball gefördert und kontrolliert.
Das Suchspiel kann man mit sich selber oder nach einer Beute, die dann als Belohnung gegeben wird machen.
Das Spiel mit dem Hund festigt die Bindung zwischen dem Hund und seinem Hundeführer und kann als Belohnung eingesetzt werden.

Allgemeine Erziehungsmaßnahmen
Der Hund tut nur das, wovon er einen Nutzen hat!
Um den Hund zu motivieren, müssen wir wissen, wofür er etwas tut.
Das können sein: Futter; ein Spiel mit seinem Hundeführer; ein Spiel mit anderen Hunden; der Spaziergang oder einfach das verbale Lob.
Ein gewünschtes Verhalten soll gezielt belohnt werden. Die Belohnung erfolgt während oder kurz nach dem gewünschten Verhalten.

Eine nützliche Übung
Vorgestellt von Binah mit ihrer Besitzerin Teresa.
Teresa hat schon in der Welpenschule von ihrer Trainerin eine Übung gezeigt bekommen, die für den Hund einmal lebensrettend sein könnte.
Es ist der Aufbau des Kommandos "Stop". Es ist keine Unterordnungsübung im herkömmlichen Sinne, die man in der Begleithundarbeit übt. Das Stop, ist es erstmal vom Hund verinnerlicht und gefestigt, kann den Hund vor brenzligen Situationen bewahren. Zum Beispiel, wenn er Wild sieht und dem nachlaufen will, oder es kommt plötzlich ein Fahrzeug wo man es nicht vermutet.
Wie man das Kommando Schritt für Schritt aufbaut, hat sie in diesem Video sehr schon erklärt.

Vielen Dank dafür.

Video