Erbliche Augenkrankheiten

Die progressive Retina Atropie/PRA

Die PRA ist eine autosomal rezessive Erberkrankung. Das bedeutet, das beide Geschlechter diese Erkrankung bekommen können. Es gibt Träger dieses Gens, die gesund bleiben. Betroffene Tiere tragen die Anlage der PRA in homozygoter Ausprägung in sich.
Die PRA kann erst nach Jahren ausbrechen. Deshalb ist es wichtig, Zuchthunde mindestens alle zwei Jahre darauf untersuchen zu lassen.
Das Krankheitsbild äussert sich zunächst meisst darin, dass die Hunde im dunkeln schlechter sehen können. Hervorgerufen durch ein absterben der Stäbchen auf der Netzhaut. Später folgen die Zapfen und der Hund kann auch tagsüber schlechter sehen. Die Krankheit führt zur totalen Erblindung beider Augen.
Es gibt verschiedene Formen des Auftretens der PRA.

Die frühe Form, mit einem schlechten Dämmerungssehen in einem Alter ab sechs Monaten und einer vollständigen Erblindung von ein bis zwei Jahren.

Die mittlere Form, mit den ersten Syptomen im Alter von ein bis zwei Jahren und der Erblindung im Alter von drei bis fünf Jahren.

Die späte Form, mit schlechtem Nachtsehen im Alter von drei bis fünf Jahren und dem Endstadium im Alter von sechs bis neun Jahren.

Für die Untersuchung auf PRA steht für den Sheltie(CNGA1-PRA)seit 2016 ein Gentest zur Verfügung.

Norwegische PRA-Seite


Collie Eye Anomalie/CEA

Die CEA ist ebenso eine autosomal-rezessiv erbliche Augenkrankheit. Hierbei handelt es sich um eine Veränderung des Augenhintergrundes. Leichte Formen beeinträchtigen das Sehen nicht. Dagegen Netzhautablösungen mit Blutungen im Auge gehen mit Erblinden einher. Eine CEA verändert sich im Laufe des Hundelebens nicht. Lediglich bei der schweren Form mit starken Ausstülpungen (Kolobom) des Augenhintergrundes kann es durch Überbelastung später zur Ablösung der Netzhaut kommen.

Welpen werden im Alter von sechs bis neun Wochen auf CEA untersucht. In diesem Alter ist das Auge noch nicht durchpigmentiert und der Ophthalmologe kann so den Augenhintergrund auf Veränderungen untersuchen.
Auch ist, falls die Welpenuntersuchung nicht gemacht wurde, ein späterer Gen-Test verfügbar.

Hier die ausführliche Beschreibung von Laboklin.
Optigen.


Distichiasis

Der Begriff "Distichiasis" steht für das Vorkommen einzelner oder mehrerer Haare auf dem äusseren Lidrand.
Es handelt sich um eine genetische Fehlanlage von Drüsenzellen. Anstatt Sekret zu bilden wachsen aus diesen Zellen Häärchen.

Diese kleinen Haare sind im allgemeinen kurz. Sie können ganz fein sein, aber auch borstenartig hoch stehen. In vielen Fällen sind sie nur mit Hilfe einer Vergrößerung (Lupe, Augenmikroskop) zu sehen. Im Gegensatz zu den Wimpern drehen sie sich nicht zum Schutz des Auges nach außen, sondern liegen oder stehen auf dem Lidrand. Hier können sie durch ständige Irritation der Hornhaut zu gereizten und tränenden Augen führen. Kneift der Hund die Augenlider schmerzhaft zusammen, z.b. aufgrund eines kleinen Fremdkörpers oder einer Hornhautverletzung, kann es durch die Distichiasishaare zu Heilungsschwierigkeiten an der Hornhaut kommen. Besondere Bedeutung hat dies beim älteren Hund, wenn die Heilungsprozesse aufgrund des Alters schon langsamer ablaufen.

Therapeutisch kann man langfristige Erfolge mit chirurgischem Veröden, Vereisen oder Herausschneiden der kleinen Haaranlagen haben. Für alle Maßnahmen ist eine Narkose notwendig. Leider gibt es immer wieder nachwachsende Haare, so dass eine wiederholte Therapie notwendig werden kann.
In einigen Fällen sind die Härchen mit bloßem Auge sichtbar. Dann kann man sie theoretisch auch regelmäßig durch Zupfen entfernen.

Ein genauer Erbgang ist für die Distichiasis bisher nicht bekannt. Das gehäufte Auftreten in verschiedenen Rassen bestärkt die Bewertung als Erbkrankheit und fordert züchterische Aufmerksamkeit.
Mit freundlicher Genehmigung, Praxis Dr. Gudrun Steinbach.
Dissertation über die Distichiasis beim Elo.


Mikrophtalmie
Bezeichnet die angeborene, unübliche Kleinheit oder auch nur rudimentäre Ausbildung eines oder beider Augäpfel.
(Quelle: Wikipedia)


 


Vererbter Katarakt (Cataracta lentis-grauer Star)
Beschreibung